Auf einen Blick (Key Takeaways)
- Arbeit unter erschwerten Bedingungen: Dolmetschen in vollständiger Schutzausrüstung (PSA), bei hohem Lärmpegel und in chemischen Dämpfen (Lackmischraum).
- Fachjargon: Präzise Übersetzung der Terminologie für Lackfehler (Orangenhaut, Staubeinschlüsse, Krater), unerlässlich für die Qualitätskontrolle.
- Shadowing-Methode: Der Dolmetscher als Schatten des Ausbilders – direkte manuelle Unterstützung an der Lackierpistole und Schleifmaschine.
- Sofortige Ergebnisse: Effektive Kommunikation ermöglichte es Personen ohne Vorerfahrung, bereits am 2. Schulungstag Elemente selbstständig zu lackieren.
Herausforderung: Sprachbarriere bei der technischen Schulung
Das Schulungszentrum in Ludwigsfelde ist ein Ort, an dem Qualitätsstandards auf Praxis treffen. Meine Aufgabe war die Betreuung von drei Mitarbeitergruppen aus dem Werk in Jawor, die nach Deutschland kamen, um die Geheimnisse des professionellen Lackierens zu erlernen.
Umfang: Von der Theorie in die Lackierkabine
Das Projekt umfasste umfassende kommunikative Unterstützung während der Qualifizierung der Mitarbeiter in den Grundlagen der Lackierung. Die in drei Gruppen aufgeteilten Teilnehmer nahmen an einer intensiven, einwöchigen Einführungsschulung teil.
Der Auftrag begann mit der Begrüßung, der Vorstellung des Teams sowie einer Führung durch das Schulungszentrum (Mercedes-Benz Bildungszentrum).
Ein Schlüsselelement zu Beginn war die präzise Übersetzung der in der Lackierhalle geltenden Arbeitsschutzvorschriften (HSE) – in dieser Umgebung hat Sicherheit absolute Priorität.
Anschließend stellten wir den Ablauf und die Ziele der Schulung vor. Die gesamte Kommunikation erfolgte im Rahmen des Konsekutivdolmetschens.
Nach einer kurzen theoretischen Einführung gingen die Kursteilnehmer blitzschnell zu praktischen Aufgaben über: von Vorbereitungsarbeiten und Schleifen, über die Applikation von Lackschichten, bis hin zum finalen Polieren.
Detaillierte Charakteristik der Schulungsinhalte
Die Schulung zeichnete sich durch hohe Dynamik und fließende Übergänge zwischen Theorie und Praxis aus. Der fachliche Umfang beinhaltete:
- Analyse der Struktur von Lackschichten (Funktionen, Dicken, Eigenschaften).
- Unterschiede zwischen industrieller und manueller Lackierung (Manual Refinish).
- Selbstständige Oberflächenvorbereitung: Vorschleifen, Reinigen, Entfetten und Abkleben.
- Chemische Gefahren und Schutzmaßnahmen beim Mischen des Materials.
- Applikation der Füllschicht und deren Bearbeitung nach dem Trocknen.
- Funktionsprinzipien des Lackierofens und der IR-Strahler.
- Auftragen von Einschicht- und Zweischichtlacken (Metallic-Effekt).
- Identifikation von Lackfehlern und deren Einfluss auf die Endqualität.
- Finales Polieren von Karosserieelementen.
Aufgaben des Dolmetschers: Arbeit „mitten im Feuer“
Meine Rolle bestand nicht nur darin, die Kommunikation sicherzustellen, sondern buchstäblich der „Schatten“ des Ausbilders zu sein. Das Dolmetschen fand direkt an den Arbeitsplätzen statt, während präziser manueller Tätigkeiten.
Entscheidend war die Kenntnis des Fachjargons. Begriffe wie Orangenhaut, Staubeinschlüsse, Läufer oder Krater mussten blitzschnell und präzise übersetzt werden. Ebenso wichtig war die Fähigkeit, komplexe Anweisungen in einfacher, verständlicher Sprache zu beschreiben.
Hervorzuheben ist die Spezifik der Arbeitsbedingungen: Der Lärm von Schleifmaschinen, das Geräusch von Werkzeugen und das Zischen von Lackierpistolen sind Alltag in der Lackiererei. Erschwerend kam die Arbeit im Lackmischraum hinzu. Die chemischen Dämpfe stellten eine enorme physische Zusatzbelastung dar, die massiv an der Konzentration zehrte, was diesen Auftrag außergewöhnlich beschwerlich machte.
Endergebnis
Die Kursteilnehmer zeigten enormes Engagement und nahmen das Wissen in beeindruckendem Tempo auf. Personen, die nie zuvor eine Lackierpistole in der Hand hielten, konnten bereits am zweiten Tag selbstständig einen Kotflügel lackieren.
Dieser Erfolg ist das Verdienst der hervorragenden Ausbilder aus Ludwigsfelde sowie der reibungslosen Kommunikation. Der Besuch der Leitung der Lackiererei aus Jawor bestätigte die hohe Qualität sowohl der Schulung als auch der fachspezifischen Übersetzung.




